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Printmedien in Österreich

Anzeigenwerbung
(Quelle: medialine.de)

Die Gesamtheit der Werbemaßnahmen mit Hilfe von bezahlten Anzeigen in Printmedien, unter denen vor allem der Werbung in Zeitungen und Zeitschriften besonderes Gewicht zukommt. Sie bietet gegenüber der Werbung mit anderen Werbemitteln nach Rolf Grimm die folgenden spezifischen Eigenschaften und Vorzüge:

  • freie Verfügbarkeit: Anzeigenraum ist in der Praxis nahezu uneingeschränkt verfügbar.
  • terminliche Steuerbarkeit: Die Veröffentlichung von Anzeigen kann je nach Erscheinungsweise des Werbeträgers genau geplant werden.
  • Zielgruppengerechtigkeit: Die große Vielzahl von fachlich spezialisierten und regionalen Print-Werbeträgern macht es möglich, durch gezielte Einschaltung von Anzeigen nahezu jede sachlich, fachlich oder geografisch definierte Zielgruppe ohne Streuverluste anzusprechen.
  • Vielseitigkeit der Darbietungs- und Gestaltungsmöglichkeiten: Die große Variabilität der vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten und -komponenten sowie das weitgehende Fehlen von technischen Sachzwängen ermöglichen in jedem Einzelfall eine Vielzahl von problemgerechten Lösungen.
  • intensive Nutzung: Anders als z.B. die audiovisuellen Medien werden die Druckmedien intensiv genutzt, die Nutzung ist wiederholbar. Die Leser nutzen sie über das Erscheinungsintervall hinaus und viele von sogar mehrfach, so dass sich für Anzeigen in Druckmedien besonders hohe Kontaktchancen und Nutzungswerte ergeben.

Die Anzeigenformate bei Publikumszeitschriften sind in der Regel nicht beliebig zu beeinflussen. Sie müssen sich an festgelegten Größen (Grundformaten) orientieren, die bei der Anzeigengestaltung einzuhalten sind. Als bestimmender Faktor für die Anzeigengröße gilt der Satzspiegel.

Anzeigen, die ein kleineres Format als der Satzspiegel haben, bezeichnet man als seitenteilige Anzeigen. Ab einer gewissen Anzeigengröße besteht auch die Möglichkeit, über das Satzspiegelformat hinauszugehen. Diese Insertionsform wird als angeschnittene Anzeige bezeichnet. Der Anschnitt vergrößert die Anzeige, die dann ohne einen weißen Rand gedruckt wird. Bei einigen Printobjekten ist nur eine begrenzte Überschreitung des Satzspiegels möglich, d.h., es bleibt noch ein schmaler weißer Rand zwischen Anzeige und Heftrand.

Über diese Standardwerbemöglichkeiten hinaus sind noch folgende Werbeformen verbreitet:

Last-Minute-Anzeigen: Das sind Anzeigen, die dem Werbung treibenden Kunden die Möglichkeit einräumen, zu verkürzten Anzeigenschluss- und Druckunterlagenterminen Schwarz-weiß- oder Farbanzeigen zu disponieren. Meist ist das aus technischen Gründen nur auf bestimmten Plätzen möglich. Auch die Anzahl der Plätze pro Ausgabe ist begrenzt. Außerdem sind Andrucke oder Farbkorrekturen meist nicht mehr möglich und zum Teil beschränkt sich dieses Angebot auf ein bestimmtes Format.

Sonderplatzierungen:
Viele Publikumszeitschriften bieten ihren Inserenten Sonderplatzierungen, wobei das Angebot von Titel zu Titel variiert und vielfach nicht in den Tarifen zu finden ist, sondern beim Verlag erfragt werden muss. Folgende Anzeigen mit besonderer Platzierung sind gebräuchlich: alleinstehende Anzeigen, Textteilanzeigen, Kleinanzeigen im Inhaltsverzeichnis, Anzeigen auf der Titelseite, Ad-in-the-Center-Anzeigen oder WiP-Anzeige.

Teilbelegungen: In der Regel können Nielsen-Gebiete bzw. größere Bundesländer teilbelegt werden. Durch technische Mehrkosten entspricht der Insertionspreis für die Teilbelegung nicht dem Wert, der aus dem Auflagenanteil der Teileinheit zu ermitteln ist.

Anzeigensplit: Beim Anzeigensplit erfolgt eine Aufteilung des identischen Anzeigenplatzes auf zwei Anzeigensujets bzw. Produkte innerhalb der belegten Gesamtausgabe.

Sonderwerbeformen: Neben der klassischen Anzeige bieten fast alle Verlage eine große Zahl an Sonderwerbeformen an.

Ausschlagbare Seiten (Gatefold):
ausschlagbare Seiten gibt es sowohl beim Umschlag wie auch im Innenteil einer Zeitschrift in verschiedenen Variationen.

Beihefter: Beihefter sind fest mit dem Heft verbundene mehrseitige Drucksachen. Die üblichen Umfänge sind 4, 8, 12, 16, oder 20 Seiten.

Postkarten-Beihefter: Dabei sind die Postkarten-Beihefter fest mit dem Heft verbunden, wobei je eine Hälfte im vorderen und im hinteren Heftteil liegt und jeweils mit einer Anzeige kombiniert ist.

Beikleber: Beikleber ist der Oberbegriff für eine Reihe von Gegenständen, die auf eine (Träger)-Anzeige aufgeklebt werden.

Beilagen: Beilagen werden den Zeitschriften als lose Blätter, Karten oder Prospekte beigelegt. Ihr großer Vorteil liegt in der Möglichkeit der regionalen Steuerung.

Anzeigenstrecken: Anzeigenstrecken sind mehrere ganzseitige Anzeigen eines Werbungtreibenden, die innerhalb einer Ausgabe ununterbrochen hintereinanderfolgen.

Sonderfarben: Unter Sonderfarben fallen die außerhalb der normalen Tiefdruckfarbskala liegenden Farben, wie z.B. Farbe eines Firmenlogos oder Farben nach der HKS- oder Pantone-Skala. Möglich sind auch Farben mit einem metallischen Glanz – die Metallfarben Gold und Silber – oder Leuchtfarbe (fluoreszierende Farbe) und Deckweiß.

 

Zum Abschluss ein kurzes Märchen:

"Es war einmal eine Anzeige, die wurde von jedem Zeitungsleser sofort erkannt, weil sie im vorderen Teil der Zeitung auf der rechten Seite im rechten oberen Bereich abgedruckt war."

Obwohl es einige Untersuchungen gibt, welche diese Theorie erhärten, vergisst man oft die macht der Gestaltung und die Sucht der Menschen nach Information.Würde die oben genannte Theorie stimmen, dann könnte man die linke Seite frei lassen, da diese eh keiner liest.

Wichtiger als die Platzierung ist die Gestaltung der Anzeige. Eine gut gestaltete Anzeige erregt so viel Aufmerksamkeit, dass sie auf jeden Fall wahrgenommen wird.

Neben der Gestaltung sollte die Anzeige auch den berühmten Vorteil für den Kunden - also Information - enthalten.

Der letzte wichtige Punkt beim schalten einer Anzeige ist das Medium in welchem diese geschalten wird. Die Anzeige sollte ja vor allem die Zielgruppe ansprechen und Streuveluste sollten möglichst gering gehalten werden.

 

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